ForumKategorie: Meine AktionenFlugbewegungen in der Schalltechnischen Untersuchung / Analyse
wsc schrieb vor 3 Monaten

Zu Seite 17 / 4.2.1 Hubschraubereinsätze in den Jahren 2005 – 2017
Diese Zahlen (Tab. 2) wurden von der DRF Luftrettung als Betreiber der Station ‘Christoph München’ bereitgestellt und es handelt sich dabei nach schriftlicher Auskunft der DRF an den Autor dieses Beitrages “lediglich um die Einsatzzahlen von Christoph München”, d.h. der hier stationierten DRF-Hubschrauber.
In der Darstellung wird klar zwischen ‘Hubschraubereinsätzen’ (= Abflug, Transport- oder Rettungsaktivität, Rückkehr) und ‘Flugbewegungen’ (= Start oder Landung) unterschieden.
Für die später in der Untersuchung zur Prognose herangezogenen Jahre 2015 bis 2017 ergibt sich also unter Berücksichtigung eines Starts und einer Landung pro Einsatz:
Jahr    Einsätze DRF   Flugbewegungen DRF
2015     1367                  2734
2016     1332                  2664
2017     1430                  2860
 
Zu Seite 18 / 4.2.2 Monatliche Flugbewegungszahlen 2015 – 2017
Diese Zahlen sind laut Schalltechnischer Untersuchung Angaben des Klinikums Großhadern.
Sie werden in einer Graphik als Monatswerte dargestellt, sowie in einer Tabelle (Tab. 3) als Jahressummen. Die Jahressummen entsprechen der Addition der Monatswerte der Graphik.
Es fällt auf, dass in diesem Abschnitt jeweils nur von ‘Flugbewegungen’ gesprochen wird. Eine Unterscheidung in ‘Hubschraubereinsätze’ und ‘Flugbewegungen’ (= Einsätze x 2) wie durch die DRF im Abschnitt 4.2.1 wird nicht gemacht.
Somit ist die Bedeutung der Zahlen des Abschnitts 4.2.2 unklar und kann unterschiedlich interpretiert werden:
Interpretation A:  Die Zahlen geben tatsächlich ‘Flugbewegungen’ wieder.
Dann wären sie grob inkonsistent zu den obigen Zahlen der DRF.
Beispiel: In Tab.3 werden für das Jahr 2017 unter ‘Flugbewegungen gesamt’ 2708 angegeben, das entspricht 1354 Einsätzen.
Die DRF meldet jedoch für 2017 alleine für ihre stationierten Hubschrauber 1430 Einsätze!
Interpretation B: Die Zahlen geben ‘Hubschraubereinsätze’ wieder und wurden irreführend als ‘Flugbewegungen’ bezeichnet.
Daraus würde folgern, dass z.B. im Jahr 2017 insgesamt 2708 Mal Hubschrauber die Station ‘Christoph München’ angeflogen haben – also, dass neben den 1430 Einsätzen der DRF 1278 Hubschrauber anderer Betreiber und Stationen das Klinikum angeflogen haben.
Dies wäre dann eine wichtige Größe, die in der weiteren Untersuchung berücksichtigt werden müsste.
Offenkundig sind diese Zahlen nicht eindeutig zuordenbar und interpretierbar.
Sie werden verwendet für die Ermittlung des prozentualen Flugbewegungsanteils der sechs verkehrsreichsten Monate der Jahre 2015-2017 sowie für die prozentuale Zuordnung von Flugbewegungszahlen auf Tag- und Nachteinsätze.
Beides sind Grundlagen für die dann folgenden Fluglärmberechnungen, die damit von nicht eindeutigen Basisdaten und Voraussetzungen ausgehen.
 
Zu Seite 19 / 4.2.3 Flugbewegungszahlen im Prognosejahr
In diesem Abschnitt werden die Flugbewegungszahlen für das Prognosejahr 2028 abgeleitet.
Im ersten Satz des Abschnittes wird explizit auf die Entwicklung der Hubschraubereinsätze gemäß Tab. 2 Bezug genommen. Diese werden linear hochgerechnet und zusätzlich eine nichtlineare Zunahme um weitere 10% hinzuaddiert. Daraus ermittelt sich für 2028 ein Prognosewert (Gesamtwert Jahr) von 1960 Hubschraubereinsätzen. Dieser wird dann auf den Prognosewert für die sechs verkehrsreichsten Monate (60%) heruntergerechnet, was 1175 Einsätze ergibt. Mit dieser Zahl wird in der gesamten weiteren Untersuchung gearbeitet und entsprechende Verteilungen darauf bezogen.
Die oben zitierte Tab. 2 enthält jedoch NUR die Einsätze von Christoph München, d.h. der hier stationierten DRF-Hubschrauber!
Damit wurden KEINE Anflüge von Hubschraubern anderer Stationen oder Betreiber bei der Prognose berücksichtigt.
[Trifft die oben zu Abschnitt 4.2.2 geschilderte Interpretation ‘B’ der Flugbewegungszahlen 2015 – 2017 des Klinikums zu, sind jeweils ca. 1000 Einsätze (= ca. 40%) pro Auswertungsjahr jährlich nicht berücksichtigt.]
 
Die Fluglärmberechnung geht damit von einer unvollständigen Datengrundlage aus, was erheblich zu niedrige Prognosezahlen für die Flugbewegungen zur Folge hat.
Somit ist die Fluglärmberechnung offenkundig unrichtig.

***************************************
 
Zu diesem Ergebnis bin ich nach Kontakt zur DRF und beim Nachvollziehen der Zahlen auf den Seiten 17-19 gekommen.
Diese Argumentation werde ich u.a. bei meiner Einwendung an das Luftamt verwenden.
Überprüfung und Kommentare sind willkommen.
VG – wsc

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