ForumKategorie: SonstigesArgumente
Anwohner690 schrieb vor 5 Monaten

Sowohl rechtlich als auch moralisch kann es nicht darum gehen, einen medizinisch notwendigen Hubschrauberlandeplatz zu verhindern. Allerdings müssen bei der Abwägung der verschiedenen Interessen die Tatsachen korrekt ermittelt und Alternativen auf der Grundlage zutreffender Feststellungen beurteilt werden. Vor diesem Hintergrund ergeben sich für mich folgende Punkte:
Lärmgutachten
Die überwiegende Windrichtung (laut Gutachten 2/3 aus westlicher Richtung) wird zwar für die Frage der Start- und Landerichtung berücksichtigt (Seite 20 des Lärmgutachtens), nicht aber für die Frage, wie sich der Schall ausbreitet (in der Gleichung auf Seite 28 kommt dieser Parameter nicht vor). Die Schallausrbreitung ausgehend von der Korridormitte wurde offenbar gleichmäßig angesetzt.
Während das Lärmgutachten (auf Seite 29) die Topografie berücksichtigt, bleibt die bestehende Bebauung unberücksichtigt. Durch die riegelartige Bebauung auf der westlichen Seite im südlichen Abschnitt der Sauerbruchstraße wird der Fluglärm dort in Richtung Osten abgestrahlt, was eine stärkere Lärmbelastung in diesem Wohnbereich erwarten lässt, als im Gutachten dargestellt.
Es stellt sich insgesamt die Frage, ob die offenbar nur modellierten und nicht tatsächlich gemessenen Werte mit Blick auf die örtlichen gegebenheiten eine hinreichend verlässliche Beurteilungsgrundlage darstellen. Die vorliegenden Punkte lassen jedenfalls Zweifel an der im Lärmgutachten (auf Seite 43) angegebenen Prognosequalität zu.
Schließlich frage ich mich – wie andere Forumsteilnehmer auch – ob es keine Alternativen gibt, die das Umsetzen des Hubschraubers über die südöstliche Schleife vermeiden, auf das der überwiegende Teil der die Wohngebiete betreffenden Lärmemissionen zurückgeht. Warum

  • kann die Schleife nicht in nordwestlicher Richtung geflogen werden. Wenn die direkte Flugstrecke für das Umsetzen nicht ausreicht, warum kann diese nicht nach Westen verlängert/ausgedehnt werden?
  • kann man nicht erforderlichenfalls den Bodenplatz verlegen, sodass zum Umsetzen eine Schleife nach Westen möglich ist?
  • können nicht Bodenplatz und Dachplatz zusammengefasst auf dem neuen Parkhaus errichtet werden?
5 Antworten
Bürgerinitiative Großhadern antwortete vor 4 Monaten

Wir erstellen gerade eine viele Seiten lange Mustereinwendung, auf die sich dann alle Mitglieder der Bürgerinitiative beziehen können. Die Schilderung der eigenen persönlichen Betroffenheit muss aber jeder selbst machen.
Wir sammeln darin alle guten Argumente, wie oben, und haben professionelle Hilfe. Wenn jemand mit den Listen kommt: bitte tretet bei.
buergerinitiative.grosshadern@gmail.com
Wir haben aber eine Bitte: bitte versucht nicht, eigene Belastungen auf andere zu verschieben. Es reicht, wenn die LMU das tut. Bodenplatz und Dachlandeplatz dort, wo sie jetzt geplant sind, wären zwar eine Entlastung  für die das südliche Wohngebiet, aber eine enorme Zusatzbelastung für die Gegenden Immastraße, U-Bahn Großhadern und nördlich des Klinikums.
 
 

Anwohner690 antwortete vor 4 Monaten

Ich wollte wirklich keine Belastung auf andere Schieben. Vielmehr war die Überlegung, dass durch eine Zusammenlegung von Boden- und Dachplatz sämtliche Flüge zum Umsetzen entfallen. Da diese (offenbar unabhängig von der Windrichtung) stets über eine Ostschleife geflogen werden sollen, würde sich bei Zusammenlegung von Boden- und Dachplatz auch die Belastung der Immastraße stark reduzieren; es würden mehr als die Hälfte der Flüge über die Immastraße entfallen. Oder übersehe ich aber etwas?

Bürgerinitiative Großhadern antwortete vor 4 Monaten

Sorry, dann haben wir das falsch verstanden, tut uns leid.
 
Der Bodenlandeplatz wird auch von öffentlichen Stellen wie Polizei und BGS und anderen zum Tanken benutzt. . Dazu kommen die Flüge, die keinen Patientenbezug haben, z.B. weil sie umsonst losgeflogen sind. Deren Flugbewegungszahlen sind bisher in den Berechnungen überhaupt noch nicht aufgetaucht, da ja keine ganzheitliche Betrachtung Boden- und Dachlandeplatz erfolgt ist. Sie würden dann auch immer die Schneisen über der Wohnbebauung nutzen.
Wir glauben daher nicht, dass sich eine Entlastung durch eine Tankstelle am Dach ergeben würde.

RSimon antwortete vor 4 Monaten

Auf das Argument mit der fehlenden Berücksichtigung der vorhandenen baulichen Infrastruktur und den schallverstärkenden Auswirkungen beispielsweise zwischen eng stehenden Mauern in Hofbereichen u.ä. habe ich in meiner Einwendung u.a. ebenso hingewiesen, da ich dies für ein geeignetes Argument halte, das auf eigenen Erfahrungen beruht.
Zudem wird im Gutachten mit einer existierenden Grundlärmbelastung im Bereich von 54-58 dB(A) argumentiert, welche offenbar ebenso rein rechnerisch ermittelt wurde.
Das Lärmbelastungskataster des Umweltamtes Bayern stuft bspw. die Sauerbruchstrasse bereits höhere Belastungsstufen mit Grundlärmbelastungen ab 65 bis über 75 dB(A) ein:
http://www.umweltatlas.bayern.de/mapapps/resources/apps/lfu_laerm_ftz/index.html?lang=de
Auch scheint mir das Verfahren, bei dem das An- und Auslaufen der Triebwerke über 4 Minuten bei um 10 dB(A) reduzierten Werten (die auf eigenen Messungen beruhen sollen) geeignet, die zu erwartende Lärmbelastung in der Summe herunter zu rechnen.
Eine Zusammenlegung beider Landeplätze auf dem Parkhausdach dürfte für alle Bewohner der westlichen Wohnungen im Filser-Hochhaus, sowie für die Anwohner der Haseneystrasse eher kontraproduktiv sein. Zudem denke ich, dass dies auf Grund des fehlenden (Luft-)Raumes für die vorgeschriebenen Start- und Landeprozeduren nicht genehmigungfähig wäre.

Bürgerinitiative Großhadern antwortete vor 4 Monaten

Danke für diesen Link

Antworten Sie auf dieses Thema:

Menü

Wir verwenden Cookies, um Ihnen die beste Online-Erfahrung zu bieten. Mit Ihrer Zustimmung akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies in Übereinstimmung mit unseren Cookie-Richtlinien.

Privacy Settings saved!
Datenschutz-Einstellungen

Wenn Sie eine Website besuchen, kann sie Informationen über Ihren Browser speichern oder abrufen, meist in Form von Cookies. Steuern Sie hier Ihre persönlichen Cookie-Dienste.

Diese Cookies sind für das Funktionieren der Website notwendig und können in unseren Systemen nicht abgeschaltet werden.

Zur Nutzung dieser Website verwenden wir die folgenden technisch notwendigen Cookies
  • wordpress_test_cookie
  • wordpress_logged_in_
  • wordpress_sec

Alle Cookies ablehnen
Alle Cookies akzeptieren