ForumKategorie: SonstigesIst tatsächlich der Ausschluss vom Schwerstverletztenverfahren zu befürchten? Ein Hauptargument des Klinikums
Bürgerinitiative Großhadern - BIG schrieb vor 2 Monaten

Diese Diskussion läuft unter dem Beitrag “41 Einwendungen”  – da es sich um ein Hauptargument des Klinikums handelt, geben wir ihm hiermit einen eigenen Platz.
 Als Vorgabe der DGUV hat sich bisher gefunden:
 “Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Erstfassung der Regelungen zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern gemäß § 136c Absatz 4 SGB V”
https://www.g-ba.de/downloads/39-261-3301/2018-04-19_Not-Kra-R_Erstfassung.pdf 
Demnach ist nicht einmal unbedingt ein Hubschrauberlandeplatz erforderlich, um am Schwerstverletztenverfahren teilzunehmen. Erst recht nicht wird dann Großhadern davon ausgeschlossen, wenn nur Satz 2 nicht erfüllt ist:
§ 24: Ein Krankenhaus wird der Stufe der erweiterten Notfallversorgung nach § 3 Absatz 1 Nummer 2 zugeordnet, sofern es ein spezialisiertes Krankenhaus ist, das die Anforderungen an ein überregionales Traumazentrum gemäß dem Weißbuch Schwerverletzten-Versorgung Stand Mai 2012* erfüllt und zu jeder Zeit (24 Stunden an 7 Tagen pro Woche) an der Notfallversorgung teilnimmt. 
https//www.dgu-online.de/fileadmin/published_content/5.Qualitaet_und_Sicherheit/PDF/20_07_2012_Weissbuch_Schwerverletztenversorgung_Auflage2.pdf
Hier findet sich auf S. 16, 18 nur: “Der Schockraum soll sich in räumlicher Nähe zur Krankenanfahrt, dem Hubschrauberlandeplatz, der radiologischen Abteilung und der Operationsabteilung befinden.
§ 21 Abs. 2 und entsprechend § 25 Abs. 3 letzter Spiegelstrich lauten:
(Satz 1) Es ist eine Hubschrauberlandestelle vorzuhalten. (Satz 2) Patientenverlegungen auf dem Luftwege sind ohne Zwischentransport möglich. (Satz 3) Bleibt dem Krankenhaus die Genehmigung einer Hubschrauberlandestelle aus Gründen, die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Krankenhauses liegen (z.B. Umweltschutz oder städtebauliche Vorschriften), versagt, kann trotz Nichterfüllung der Sätze 1 und 2 eine Einstufung nach § 3 Absatz 1 Nummer 2 erfolgen, sofern alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind.
 
Vorrangig müsste also ein unabhängiges Gutachten eingeholt werden, ob jetzt sofort und nicht erst in 10 Jahren ein direkter Zugang durch Umbau oder Anbau geschaffen werden kann.
 
 
 

9 Antworten
Fw antwortete vor 2 Monaten

GBa Notfallkonzept und die Anforderungen der DGUV sind zwei völlig unabhängige, getrennte Sachen.  Das Schwerstverletztenarrenvwrfshren wird von den BGs gesteuert nicht vom GBA. Die Anforderungen der DGUV sind gesondert festgeschrieben. 

Bürgerinitiative Großhadern antwortete vor 2 Monaten

In der Präsentation http://www.klinikum.uni-muenchen.de/de/neubaugrosshadern/index.html
verweist das Klinikum darauf, es habe “von der DGUV die Auflage erhalten….. Andernfalls verliere es…
Auf unsere Anfrage an das Klinikum:
Bitte übersenden Sie uns eine Kopie dieses Schreibens. Auf welcher gesetzlichen Grundlage beruht es genau? Die Anforderungen vom 1.1.13, sicherlich in Diskussion und bekannt schon im Jahre 2011, sind ja wohl keine gesetzliche Grundlage. Welches Krankenhaus würde dann die Aufgabe für das Klinikum Großhadern mit übernehmen?
haben wir keine Antwort erhalten.
Wenn  der Genehmigungsantrag  für den Dachlandeplatz im wesentlichen auf dieses Argument gestützt wird und es in einer öffentlichen Präsentation auch als Hauptargument verwendet wird, kann jeder erwarten, dass es auch nachweisbar ist. Genau dies scheint eben nicht der Fall zu sein! Und daraus folgt dann, dass der Dachlandeplatz nicht sein muss.
 
Auch Ihre Antwort vom 16.3.19 auf entsprechende Fragen lautete:
“Die Forderungen sind alle öffentlich zugänglich auf den Seiten der DGUV, G-BA und DGU:
Umfassende Übersicht zu den geforderten Strukturen in der umfassende Notfallversorgung des G-BA, hier ist. u.a. auch die Forderung nach einem umlagerungsfreien Transport zw. Landeplatz und ZNA festgelegt (ebenso der Verweis auf das Weißbuch, dessen Forderungen für die Traumaversorgung somit gesetzlich festgeschrieben wurden):
https://www.g-ba.de/downloads/39-261-3301/2018-04-19_Not-Kra-R_Erstfassung.pdf
 
Ebenso die SAV Richtlinien mit der geforderten räumlichen Nähe:https://www.dguv.de/medien/landesverbaende/de/med_reha/documents/sav1.pdf”
Aus beiden ergibt sich nicht, dass ein Dachlandeplatz erforderlich ist. 
 
 
 
 
 

Fw antwortete vor 2 Monaten

Man kann die Sache auch so sehen. Aus beiden Dokumenten ergibt sich die Anforderung nach einer räumlichen Nöhe von Schockraum und Landeplatz um die Anforderungen  zu erfüllen. Diese Anforderung versucht das Klinikum zu erfüllen.  Haben Sie denn außer dem Wunsch nach einem Gutachten eine konkrete, kluge Alternative? Denken Sie ein Dachlandeplatz auf dem OPZ hätte wesentlich andere Flugrouten?
Haben sie einen konkreten Vorschlag wie die Versorgung Schwerverletzter und anderer instabil er Patienten verbessert werden kann? 
 
Welches Krankenhaus soll die Versorgung übernehmen? Kann ich Ihnen nicht beantworten, hat meines Erachtens auch nichts mit einem dachlandeplatz zu tun. Jedes Klinikum ist in gewisser weise von fluglärm betroffen  Siehe Augsburg etc. Sagen wir dann wir wollen Ruhe in GH haben uns fliegen lieber öfters woanders hin?  
Wünscht sich die BIG die Aufrechterhaltung des Maximalversorgers GH und einer zeitgerechten Versorgung von Patienten?
 
 
 

Bürgerinitiative Großhadern - BIG antwortete vor 2 Monaten

Die räumliche Nähe von Schockraum und Landeplatz hätte bei Bau des OPZ verwirklicht werden können und könnte auch jetzt sofort erfüllt werden, ggf. durch einen Anbau. Wer sagt denn, dass der erste Bauabschnitt im Osten sein muss? Wichtiges sollte Vorrang haben.
Wir erhielten vom Klinikum auf die Frage hin, weshalb die Schockräume möglichst weit weg vom Landeplatz eingerichtet wurden — u.a. folgende Antwort: “Hier galt es vor allem, die Anfahrt für die RTWs an den Schockraum/die Notaufnahme direkt und möglichst kurz zu gestalten. ” Es wurde also eine Abwägung getroffen, welche Patienten Vorrang hatten. Diese wurde zugunsten der Einlieferungen über die Marchioninistraße entschieden, offensichtlich unter in Kaufnahme der Gefährdung von Patienten, die mit dem Hubschrauber angeliefert werden. Interessanterweise ist in den jetzigen Planungen nicht einmal ein Parkplatz vor der Notaufnahme vorgesehen, weder für RTWs noch für andere Autos.
Irgendwie lässt das alles wirklich verzweifeln.
Übrigens: wie wir schon wiederholt klarstellten: Wir wollen Lösungen finden, die für alle am besten sind. Gegen Fluglärm an sich sind wir nicht – wir leben doch alle damit, ohne uns bisher beklagt zu haben. Aber wir sind gegen unnötigen Fluglärm – auch aus Patientenwohl: S. 39 des Lärmgutachtens: Beschallung von Patienten bei geschlossenen Fenstern mit 70dB.
 
 

Fw antwortete vor 2 Monaten

Mir ist leider nicht klar, wie sich durch einen Anbau an das OPZ die Situation verbessern sollte. Der Bodenlandeplatz ist selbst dann noch zu weit weg, selbst wenn die Schockräume im Westteil des OPZ wären. Hier kann man nicht nah genug an den Landeplatz anrücken. 

Bürgerinitiative Großhadern - BIG antwortete vor 2 Monaten

Dieses längliche Gebäude südwestlich des OPZ ist eine Kantine/Bibliothek, oder. Es wird jedenfalls auch abgerissen. Laut Machbarkeitsstudie sind westlich neben dem OPZ eine Tiefgarage mit Forschungszentrum (hier könnte der Dachlandeplatz z.B. aufs Dach) und südlich davon auch noch was geplant, in ca. 30 Jahren. Deshalb wurde die Möglichkeit einer direkten Verbindung und/oder Anbau an das OPZ nicht einmal geprüft. Das ganze Baukonzept/Masterplan war von vorneherein falsch angelegt und es wurde über die Jahre einfach nur immer wieder geändert und ergänzt, besonders seit zusätzlich zu der Verlagerung aus der Innenstadt der Neubau und Abriss beschlossen wurde. Irgendwann hat man dann wohl den Überblick verloren. Aber  man muss nicht noch mehr Fehler weitermachen, nur weil man sich auf einen Dachlandeplatz jetzt an dieser Stelle versteift hat.
Es wundert uns doch sehr, dass die angeblichen Alternativprüfungen nicht mit veröffentlicht wurden. Weshalb gibt es keine Machbarkeitsstudie hierzu? Warum wurden die Architekten und die anderen Verantwortlichen nie zur Rechenschaft gezogen, sondern man will die Folgen einfach nur der Bevölkerung aufbürden? Der Platz östlich des OPZ ist völlig ungeeignet. Südwestlich ist/wird Platz und das ist nah genug am Bodenlandeplatz. Und immer noch billiger als nur wegen dem Dachlandeplatz ein Hochhaus zu bauen.
Was wir beim Zeitfaktor nicht ganz verstehen: Warum sollen nur die letzten Minuten entscheidend sein? Würde sich nicht viel wertvolle Zeit ersparen lassen, wenn es mehrere dezentral an Krankenhäusern stationierte Hubschrauber gäbe. Nicht anstelle – sondern auch? Gerade nachts sind die Anflugwege doch in den ganzen südostbayerischen Raum unnötig lang.
Und durch die Konzentration in Großhadern werden diesen Krankenhäusern auf Dauer die Fachkräfte, Geld und Kompetenzen entzogen. Das ist veraltete Politik seit letztem August – da wurde eine Stärkung der Krankenhäuser im ländlichen Raum beschlossen.
 
 
 
 
 

Fw antwortete vor 2 Monaten

Beim Zeitfaktor geht es auch um die umständlichen Umlagerungen des Patienten in einen Rettungswagen. Das ist einfach nicht schonend. Früher befand sich übrigens der Bodenlandeplatz ziemlich genau an der Stelle wo jetzt der Dachlandeplatz hinsoll. Und ja ein OPZ ohne Dachlandeplatz zu bauen war und ist ein Fehler, den man korrigieren will und muss.
Interessant finde ich hingegen Ihr Argument mit mehr Hubschraubern. Mal unabhängig davon ob das sinnvoll ist (ich denke nicht bei dem dichten Netz an Luftrettungszentren in Deutschland, da existieren auch unzählige Gutachten und Veröffentlichungen darüber) würde das mehr Fluglärm bedeuten. Wollen Sie das der dortigen Bevölkerung aufbürden aber bei uns in Großhadern soll  bitte Ruhe sein? Denn mehr Hubschrauber fliegen nunmal auch mehr. Zudem ist es ja nicht damit getan irgendwo einen Hubschrauber hinzusetzen sie brauchen Personal, Geld und auch eine Klinik im Hintergrund. Und Schwerverletzte oder Erkrankte können Sie eben nicht mal so in ein ländliches Krankenhaus fliegen. Die können und müssen so eine Versorgung wie in Großhadern gar nicht leisten. 

Bürgerinitiative Großhadern - BIG antwortete vor 2 Monaten

Wieso sollte es mehr Lärm bedeuten? Die Hubschrauber fliegen doch in der Summe nicht öfters, nur kürzere Strecken. In Großhadern wäre dann noch lange nicht Ruhe. Es soll ja noch viel mehr hierher verlagert werden – damit woanders Kompetenzen abgezogen werden – mit weniger Lärm dort nur als Nebeneffekt. Nachts wäre es wegen der langen Flugwege sogar sehr wichtig. Natürlich an eine Klinik angebunden – das steht außer Frage. http://initiative-harlaching.de/argumente.html    Harlaching z.B. kämpft für den Erhalt einer guten Versorgung!

Fw antwortete vor 2 Monaten

Von wo sollen Kompetenzen abgeben werden?
Sie meinen also mehr Hubschrauber in der Fläche bedeutet nicht mehr Lärm? Irgendwo müsse. Diese ja auch stationiert werden und starten   

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